Kelmis / La Calamine – Die Unabhängige

Kelmis (von calaminis: bei den Galmeisteinen) liegt ganz im Norden der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Am angrenzenden Dreiländereck treffen Belgien, Deutschland und die Niederlande aufeinander.

Bekannt wurde die Gemeinde durch ihr besonderes politisches Statut im 19. Jahrhundert. Die Niederlande und Preußen stritten sich um den Flecken Land am „Altenberg“. Denn: Aufgrund des Galmeivorkommens versprach die Region reichlich Gewinn. Galmei ist Zinkerz und wird zur Messingherstellung benutzt. Kelmis lieferte das gewonnene Zink nach Dinant, Namür und Aachen.

Unabhängig - und undurchsichtig?

Da auf dem Wiener Kongress 1815 keine Lösung gefunden wurde, blieb dieses Stück Land – „Neutral-Moresnet“ genannt - bis 1919 unabhängig und wurde von den Niederlanden (später Belgien) und Deutschland gemeinsam verwaltet. Man munkelt, allerlei zwielichtige Gestalten hätten dieses Statut für undurchsichtige Geschäfte genutzt. Angeblich sollen auch unstandesgemäß geborene Adelskinder nach Kelmis verfrachtet worden sein...

Wo Veilchen blühen...

Sehenswert: Das Naturreservat mit den Galmeiveilchen, das Göhltalmuseum und die Hammerbrücke in Hergenrath. Die Brücke wurde 1840 als erste belgische Eisenbahnverbindung ins Ausland errichtet, im Zweiten Weltkrieg zerstört und für die neue TGV-Trasse wieder aufgebaut.

Auch ein Abstecher zur Eyneburg lohnt sich. Im Volksmund wird das Schloss „Emmaburg“ genannt: Dort soll sich einst die Tochter Karls des Großen mit ihrem Geliebten vergnügt haben. Romantisch ist die Burg allemal – wer könnte es ihr heute verdenken?

Lage: Die nördlichste und kleinste Gemeinde der DG
Einwohner: 10.869
Fläche: 18 km²

Ortschaften: Hergenrath, Kelmis, Neu-Moresnet