Eupen – die Altstadt an der Weser

Die Stadt Eupen ist über die Grenzen hinaus als Luft- und Kneippkurort bekannt. Hier befindet sich das Verwaltungszentrum der DG: Parlament, Regierung und Ministerium sind in Eupen angesiedelt. Die Stadt beherbergt ebenfalls den einzigen noch aktiven Bahnhof der Ostkantone, der 1863 als Anschluss an die Strecke Antwerpen-Brüssel-Lüttich-Aachen-Köln gebaut wurde.

Tuchindustrie

In vergangenen Zeiten war Eupen Dreh- und Angelpunkt der Textilindustrie. Seit 1680 wurden in Eupen Feintuche hergestellt und exportiert. Das besonders weiche Eupener Wasser war ideal zum Waschen der empfindlichen Schafswolle. Zahlreiche Barockbauten und Herrenhäuser aus dieser Zeit zeugen noch heute vom Reichtum der Tuchhändler. Tuchmanufakturen und -handlungen sind jedoch durch die Metall- und Kunststoffverarbeitung sowie den Transportsektor abgelöst worden.

Beeindruckendes Wasserreservoir

Besuchen Sie die Eupener Wesertalsperre. Sie wurde zwischen 1935 und 1951 errichtet, um die Wasserversorgung in Eupen, Lüttich und dem Herver Land sicherzustellen. Das „Haus Ternell“ bietet Naturliebhabern reizvolle Wanderwege, einen Geopfad und ein Waldmuseum.

Schmuggler-Eldorado

Aber lassen Sie sich während langer Spaziergänge, die Sie vielleicht über die Grenzen nach Deutschland oder die Niederlande führen, nicht beim Schmuggeln erwischen! Eupen wurde nach dem ersten Weltkrieg das „Schmuggler-Eldorado“ des Westens genannt. Vorher schon schmuggelten Baelener und Membacher Bürger, die in den Eupener Tuchfabriken arbeiteten, Nahrung von Eupen – damals preußisch - nach Belgien. Während der Nazi-Zeit wurden dann Menschen geschmuggelt, nach dem Zweiten Weltkrieg wechselte belgischer Kaffee dezent die Seite.

Lage: Im Norden der DG, direkt an der Grenze zum Hohen Venn
Einwohner: 19.063
Fläche: 103,7 km²
Ortschaften: Kettenis, Eupen