Geschichte

Die Stellung der DG im belgischen Föderalstaat, ihre kulturelle Vielfalt und die Mehrsprachigkeit der Bürger lassen sich anhand der wechselvollen Geschichte der DG erklären. Denn es war ein langer Weg, bis die deutschsprachigen Belgier ihren Platz und ihre Heimat im Föderalstaat Belgien gefunden haben: Innerhalb von 150 Jahren wechselten sie viermal die Nationalität - dreimal allein zwischen 1919 bis 1945.

Nach dem Wiener Kongress 1815 werden das Gebiet der heutigen DG und der Malmedyer Wallonie dem Königreich Preußen zugeteilt. Seit 1870 gehören sie zum Deutschen Kaiserreich. Nach dem Ersten Weltkrieg muss Deutschland die Kantone Eupen, Malmedy und St.Vith an das kriegsgeschädigte Belgien abtreten.

1940 annektiert Hitler Eupen-Malmedy. Die Männer mussten für Deutschland in den Krieg ziehen. Mehr als 3.000 der 8.700 Soldaten kehrten nicht zurück. Im September 1944 werden die Ostkantone von den alliierten Truppen befreit. Der belgische Staat übernimmt wieder die Souveränität. Kurze Zeit später, ab dem 16. Dezember 1944, werden die belgische Eifel und die Malmedyer Wallonie durch die Ardennenoffensive weitgehend zerstört.

Nach 1944 entstand in Belgien eine wahre Säuberungshysterie. Für fast jeden zweiten Ostbelgier wurde eine Gerichtsakte angelegt, jeder sechste Erwachsene wurde interniert oder inhaftiert.

Durch die Gesetze über den Sprachgebrauch zu Beginn der 60er Jahre wird auch das Gebiet deutscher Sprache anerkannt. Im Zuge weiterer Staatsreformen konnte auch die Deutschsprachige Gemeinschaft ihre Autonomie weiter ausbauen.

Heute bezeichnen sich die Ostbelgier gerne augenzwinkernd als die „besten Belgier“ - dreisprachig und königstreu sind sie auf jeden Fall gerne Belgier.

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